In solchen Momenten fühlt es sich an, als müsstest du der Pflanze beim Scheitern zusehen. Dabei kannst du aus einer einzigen Mutterpflanze problemlos mehrere „Schwestern“ ziehen – wenn du den entscheidenden Punkt kennst.
Der Schlüssel liegt an einer unscheinbaren Stelle: am Knoten (Nodus), dieser kleinen Verdickung an der Blattbasis. Dort entstehen neue Wurzeln – und dort entscheidet sich, ob deine Vermehrung gelingt oder in Fäulnis endet. Mit drei bewährten Methoden bringst du Wasser, Luft und Hygiene in den Griff – und damit auch das Ergebnis.
Wann du vermehren solltest, damit die Monstera nicht schwächelt
Am sichersten vermehrst du im Frühling und Sommer, weil die Pflanze dann aktiv wächst und Schnittstellen schneller verschließt. In dieser Zeit bildet sie leichter neue Wurzeln und verzeiht kleine Fehler eher. Meist merkst du es daran, dass neue Blätter und Luftwurzeln zügig nachkommen.
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Im Herbst und Winter wird es deutlich heikler: weniger Licht und eine langsamere Verdunstung begünstigen Fäulnis. Wenn du trotzdem vermehren willst, brauchst du helles, indirektes Licht und eine gleichmäßig warme Umgebung. Etwas höhere Luftfeuchte kann helfen – aber nasse Erde bleibt dein größter Gegner.
Wähle Triebe von etwa 10 bis 15 cm Länge, die fest und gesund wirken. Jeder Abschnitt braucht mindestens einen Knoten, idealerweise mit einem beginnenden Luftwurzelansatz. Lieber mehrere kurze Segmente mit Knoten als ein langes Stück ohne „Wurzel-Startpunkt“.
Der Knoten entscheidet: so schneidest du, ohne Fäulnis zu provozieren
Schneide knapp unterhalb des Knotens, damit er später im Substrat oder im Wasser sitzt. Entferne die unteren Blätter – sonst faulen sie in feuchter Umgebung. Ein sauberer Schnitt verringert außerdem die Angriffsfläche für Keime.
Lass die Schnittstelle ein paar Stunden antrocknen, bevor du den Steckling einsetzt. Dieser kurze „Stopp“ wirkt unspektakulär, macht aber oft den Unterschied zwischen festem Gewebe und matschigem Stiel. Setzt du zu früh ein, bleibt die Wunde länger offen und zieht Wasser.
Halte dein Werkzeug sauber und scharf, damit du das Gewebe nicht quetschst. Gequetschtes Gewebe fault schneller, weil es schlechter abtrocknet. Wenn der Steckling bereits weich ist, schneide oberhalb der weichen Stelle ins feste Gewebe zurück und starte neu.
Stecklinge in Erde: die Methode, die am seltensten kippt
Für viele ist die Vermehrung in Erde die stabilste Variante, weil die Wurzeln von Anfang an an Substratbedingungen gewöhnt sind. Nimm einen Topf mit Abzugslöchern und ein luftiges, gut drainierendes Grünpflanzensubstrat. Mische Perlite oder grobe Bestandteile unter, damit keine Staunässe entsteht.
Setze den Steckling so, dass der Knoten bedeckt ist, die Blätter aber trocken bleiben. Gieße sparsam: Das Substrat soll nur leicht feucht sein, nicht nass. Wenn du beim Zusammendrücken Wasser herauspressen könntest, war es bereits zu viel.
Stelle den Topf hell, aber ohne direkte Sonne, und halte etwa 20 °C. Prüfe vor jedem Gießen die oberen Zentimeter: Sind sie noch feucht, wartest du. Geduld ist hier oft wirksamer als jedes „Wundermittel“.
Stecklinge im Wasser: praktisch, aber mit einer fiesen Falle
Im Wasser kannst du die Wurzelbildung direkt beobachten – genau das macht diese Methode so verlockend. Tauche nur den Knoten ins Wasser; die Blätter bleiben darüber, sonst drohen Fäulnis und Schimmel. Verwende möglichst sauberes, zimmerwarmes Wasser.
Wechsle das Wasser regelmäßig, damit es nicht „umkippt“ und der Stiel weich wird. Wenn du Trübungen oder Geruch bemerkst, handel sofort und schneide im Zweifel bis ins feste Gewebe zurück. Ein Glas an hellem, indirektem Licht reicht völlig – ein „Aquarium“ brauchst du nicht.
Sobald die Wurzeln etwa 7 bis 10 cm lang sind, topfst du in Erde um. Genau an diesem Punkt verlieren viele ihre Pflanze, weil Wasserwurzeln sich erst an Substrat anpassen müssen. Halte die Erde in den ersten Wochen gleichmäßig leicht feucht, damit die Wurzeln nicht austrocknen.
Abmoosen (marcottage aérien): die Rettung für große, wertvolle Pflanzen
Wenn deine Monstera groß ist und du keinen Trieb „aufs Spiel setzen“ willst, ist Abmoosen dein Sicherheitsnetz. Der Trieb bleibt an der Mutterpflanze, bis er eigene Wurzeln gebildet hat. So ist der Ableger weiterhin versorgt, während er noch keine eigene Basis hat.
Suche einen Knoten und lege dort feuchte Sphagnum-Moosfasern an. Umwickle das Moos mit Folie, damit es nicht austrocknet, und fixiere sie ober- und unterhalb. Das Moos sollte feucht bleiben, aber nicht tropfnass – sonst züchtest du dir Fäulnis im „Paket“.
Wenn du durch die Folie kräftige Wurzeln siehst, trennst du unterhalb des bewurzelten Bereichs ab und topfst ein. Der Ableger startet dann mit einem echten Wurzelsystem und ist deutlich weniger empfindlich. Diese Methode braucht Zeit, erspart dir aber oft eine gescheiterte Stecklingsrunde.
- Wähle immer einen Steckling mit Knoten, idealerweise mit Luftwurzelansatz
- Nutze drainierendes Substrat und einen Topf mit Abzugslöchern
- Lass Schnitte kurz antrocknen, bevor du Erde oder Wasser nutzt
- Wechsle Wasser regelmäßig und halte Blätter konsequent trocken
- Gieße erst, wenn die oberen Zentimeter Substrat abgetrocknet sind
- Setze auf helles, indirektes Licht und konstante Wärme


8 Kommentare
xavier
Top erklärt! Ich dachte immer, die Luftwurzel allein reicht, aber ohne Knoten geht ja wirklich nix.
Émilie_infinité6
Also bei mir klappt Erde NIE. Keine Ahnung, was ich falsch mache… vllt zu viel Liebe = zu viel Wasser.
Emiliegalaxie4
Sehr guter Artikel, aber ich vermisse ein Wort zu Aktivkohle im Wasser. Bringt das was oder ist das nur TikTok-Quatsch?
Jean-Pierre
Abmoosen hab ich noch nie gemacht. Braucht man dafür zwingend Sphagnum oder geht auch normales Moos aus dem Garten?
Stéphanievolcan
Der Hinweis mit „Blätter trocken halten“ klingt logisch, aber wie fixiert ihr den Steckling im Glas, damit nix reinrutscht?
Maximelune
Ich hab Wasservermehrung probiert und es ist jedes Mal gekippt… vielleicht bin ich einfach zu faul fürs Wasserwechseln 😅
Julienpoison
Kurze Frage: Wie lange genau lässt du die Schnittstelle antrocknen – eher 2 Stunden oder über Nacht?
Franck
Endlich mal jemand, der den Knoten (Nodus) so klar erklärt. Danke, jetzt weiß ich, warum meine Stecklinge immer matschig wurden.